Laufmoment: Manuela von Lauf-Liebe sagt: «Eigentlich ist jeder Moment, in dem ich laufe, schön für mich. Auch wenn es manchmal ganz schön weh tut, wenn ich...

Manuela beim Mallorca-Marathon
Manuela beim Mallorca-Marathon

Laufen ist so viel mehr! Manuela von Lauf-Liebe sagt: «Eigentlich ist jeder Moment, in dem ich laufe, schön für mich. Auch wenn es manchmal ganz schön weh tut, wenn ich an meine Grenzen gehe.» Ein ganz bestimmter Moment ist Ihr jedoch im Gedächtnis geblieben:

«Einen wirklich sehr emotionalen Lauf-Moment hatte ich im letzten Jahr beim Mallorca-Marathon. Und es war nicht der Zieleinlauf, der für mich nach 3:42h bei sengender Sonne und 30 Grad sowohl meine Bestzeit als auch mein absolutes Limit bedeuteten. Es war etwa 2 Stunden später, als ich, bereits wieder rehabilitiert, umgezogen und mit meinen Freunden auf dem Weg zum Strand, nochmal an der Strecke vorbeikam. Die Helfer waren bereits am Einpacken und es waren kaum noch Zuschauer an der Strecke. Da kam plötzlich ein älterer Mann die Straße entlang gelaufen, gebückt und mehr humpelnd als gehend. An seiner Laufnummer auf der Brust erkannte ich, dass er Marathonteilnehmer, am Besenwagen hinter ihm, dass er der letzte Teilnehmer war. Ich wusste aus eigener Erfahrung, wie hart die letzten Meter sein konnten. Also blieben wir stehen und feuerten ihn an, so laut wir konnten. Wir schrien uns die Seele aus dem Leib, klatschten und jubelten, grölten und johlten. Und da fing er plötzlich wieder an zu laufen. Langsam zuerst, doch dann wieder mit festem Schritt. Wir feuerten ihn an, bis er ins Ziel kam und finishte – und zwar laufend und nicht gehend. Ich bekomme heute noch Gänsehaut, wenn ich an diesen Moment denke. Beim Laufen ist halt manchmal das Glück eines anderen fast noch schöner als das eigene. Das finde ich so wundervoll an unserem Sport. Ein Ziel, ein Traum und eine große Passion, die uns alle eint: die Liebe zum Laufen.»

Danke vielmals für die eindrucksvollen Einblicke, Manuela! Für den München Marathon drücke ich Dir alle Daumen!