Wer beim Wings for Life World Run an den Start geht, läuft für mehr als eine sportliche Herausforderung. Am 10. Mai 2026 starten erneut hunderttausende Menschen weltweit gleichzeitig, um für die zu laufen, die es nicht können. Der globale Charitylauf sammelt seit 2014 Spenden für die Rückenmarksforschung – und trägt damit wesentlich zu wissenschaftlichen Fortschritten bei, die Betroffenen weltweit neue Hoffnung schenken. Forschungsansätze, die früher bspw. nur im Labor untersucht wurden, werden durch die Förderung von Wings for Life heute bereits in klinischen Studien am Menschen getestet – ein großer Meilenstein auf dem Weg, Querschnittslähmung heilbar zu machen.
Seit der Premiere des Laufs im Jahr 2014 sind mehr als 1,8 Millionen Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus über 190 Nationen an den Start gegangen und haben gemeinsam rund 60,5 Millionen Euro für die Rückenmarksforschung gesammelt. Sämtliche Startgelder und Spenden fließen dabei zu 100 Prozent direkt in wissenschaftliche Projekte. Insgesamt hat die Wings for Life Stiftung bislang mehr als 340 Forschungsprojekte weltweit unterstützt.
„Der Wings for Life World Run zeigt, was möglich ist, wenn Menschen weltweit für ein gemeinsames Ziel zusammenkommen“, sagt Anita Gerhardter, Vorstandsvorsitzende der Wings for Life Stiftung. „Dank der Unterstützung unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten wir bereits zahlreiche Forschungsprojekte finanzieren. Heute können wir sagen: Es ist nicht mehr die Frage, ob Querschnittslähmung heilbar sein wird – sondern wann.“
Neue Studien zeigen Fortschritte
Die Wirkung dieser Unterstützung zeigt sich in aktuellen Forschungsprojekten, die neue Therapieansätze untersuchen und von der Wings for Life Stiftung finanziert
oder ko-finanziert werden. So arbeitet ein Forschungsteam um den Neurowissenschaftler Prof. Dr. Michael Kilgard (University of Texas in Dallas) an einer Methode, bei der der sogenannte
Vagusnerv während gezielter Rehabilitationsübungen elektrisch stimuliert wird. Die von Wings for Life ko-finanzierte klinische Studie untersucht, wie sich dadurch
Lernprozesse im Nervensystem verstärken lassen. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich dadurch Arm- und Handfunktionen bei Menschen mit chronischer
Querschnittslähmung verbessern können. „In Experimenten haben wir festgestellt, dass wir die Anzahl der Nervenzellen, die im Gehirn für den Bewegungsapparat zuständig sind, sogar
verdreifachen konnten. Und das in nur einer Woche“, erklärt Prof. Dr. Michael Kilgard.
Auch ein neuer Wirkstoff wird derzeit in klinischen Studien untersucht. In einer von Wings for Life ko-finanzierten Studie unter Leitung von Prof. Dr. Monica Perez
(Shirley Ryan AbilityLab in Chicago) wird der Wirkstoff NVG-291 getestet. Nach einer Rückenmarksverletzung bildet sich Narbengewebe, das wie eine Barriere wirkt und das
Nachwachsen von Nervenfasern bremst. NVG‑291 soll diese Barriere aufheben. Statt die hemmenden Substanzen im Narbengewebe direkt anzugreifen, blockiert der Wirkstoff deren Andockstelle. So soll
das Gewebe durchlässiger und die Erholung geschädigter Nervenfasern unterstützt werden. Erste Ergebnisse zeigen eine verbesserte Signalübertragung zwischen Gehirn und
Handmuskulatur sowie Hinweise auf eine verbesserte Handfunktion, selbst bei Menschen, deren Verletzung bereits mehrere Jahre zurückliegt.
Parallel dazu arbeiten Wissenschaftler:innen daran, den Austausch von Forschungsdaten weltweit zu verbessern. Die von Wings for Life initiierte und ko-geförderte
Plattform Open Data Commons for Spinal Cord Injury (ODC-SCI) ermöglicht dies, in dem sie Forscher:innen weltweit vernetzt und wissenschaftliche Daten schnell
zugänglich macht. Durch den direkten Austausch können aktuelle Forschungsergebnisse umgehend geteilt und ausgewertet werden. Dadurch können neue Therapien schneller entwickelt
werden.
Jeder Start zählt
Der Wings for Life World Run ist das größte Laufevent der Welt mit einem einzigartigen Rennmodus. Eine fixe Ziellinie gibt es nicht. Stattdessen startet 30 Minuten
nach dem Start das sogenannte Catcher Car, das die Teilnehmerinnen und Teilnehmer als mobile Ziellinie nach und nach einholt. Egal ob wenige Schritte oder viele Kilometer – jede Teilnahme
und jeder Beitrag zählt. Teilnehmen kann man beim Flagship Run in München (bereits ausverkauft), bei zahlreichen App Run Events in ganz Deutschland oder individuell mit der Wings for
Life World Run App von jedem Ort der Welt.
Wer den Wings for Life World Run mit einer Reise verbinden möchte, kann weltweit an verschiedenen App Run Events teilnehmen und dabei Städte rund
um den Globus entdecken. Wer lieber den eigenen Backyard bevorzugt, kann über den App Run auch direkt vor der eigenen Haustür starten. Eine Übersicht aller App Run Events sowie
die Anmeldung finden Interessierte unter: www.wingsforlifeworldrun.com




