Der deutsche Red Bull-Athlet Arda Saatçi beginnt morgen, 5. Mai, einen der extremsten Ultraläufe seiner Karriere: 600 Kilometer vom Badwater Basin im Death Valley bis zum Santa Monica Pier in Los Angeles – und das innerhalb von 96 Stunden. Der 28-jährige Ultramarathonläufer und Hybrid-Athlet stellt sich damit einer Herausforderung, die mehr als 14 Marathons in nur vier Tagen entspricht. Die Strecke umfasst rund 5.700 Höhenmeter und führt durch eine Kombination aus Wüstenlandschaft, Highways, Route 66-Abschnitten und dicht befahrenen urbanen Gebieten. Neben der Distanz zählen extreme Hitze, Verkehr, monotone Streckenabschnitte und massiver Schlafentzug zu den zentralen Belastungsfaktoren.
Saatçi startet am 5. Mai um 11:00 Uhr Ortszeit (20:00 Uhr MESZ) und soll den Santa Monica Pier am 9. Mai gegen 11:00 Uhr Ortszeit erreichen.
Während des gesamten Versuchs wird er von einem Support-Team, medizinischem Personal und einer Live-Produktion begleitet. Zuschauer:innen können den Lauf in Echtzeit verfolgen –
inklusive Standort, Geschwindigkeit, Distanz, Vitaldaten, Schlafverhalten sowie Live-Gästen aus Sport und Kultur. Der Livestream läuft durchgehend vom 5. bis 9. Mai auf Red Bull TV und YouTube.
Die Route beginnt im Badwater Basin, dem tiefsten Punkt der Vereinigten Staaten, 85,5 Meter unter dem Meeresspiegel. Die Umgebung ist geprägt von
endlosen Salzflächen, fehlendem Schatten und kaum vorhandenen Orientierungspunkten – Bedingungen, die das Death Valley zu einer der unmenschlichsten Regionen der Erde machen. Von
dort aus führt die Strecke durch abgelegene Wüstenstraßen, entlang historischer Abschnitte der Route 66, über stark befahrene Highways bis in die urbanen Räume von Los Angeles.
Die Bedingungen entlang der Strecke sind extrem: Die Lufttemperaturen können über 40 Grad Celsius steigen, während sich der Asphalt auf bis zu 80
Grad Celsius aufheizt. Gleichzeitig liegt die Luftfeuchtigkeit häufig unter 10 Prozent, was zu einem Wasserverlust von bis zu 1,5 Litern pro Stunde führen kann. Diese trockene
Hitze erzeugt einen sogenannten „Föhn-Effekt“, der Dehydrierung schwerer erkennbar macht. Der aufgeheizte Straßenbelag kann so heiß werden, dass er Laufschuhe beschädigt – weshalb Saatçi
stellenweise auf der weißen Fahrbahnlinie am Rand laufen muss.
Neben der Hitze stellt insbesondere der nahezu durchgehende Schlafentzug über vier Tage eine enorme Belastung dar. Halluzinationen, Desorientierung
und eingeschränkte Entscheidungsfähigkeit sind reale Risiken. Schlafpausen werden nur dann eingelegt, wenn sie mit dem 96-Stunden-Ziel vereinbar bleiben.
Auch die Natur birgt Gefahren: In abgelegenen Abschnitten kann es zu Begegnungen mit Klapperschlangen, Skorpionen, Spinnen oder Kojoten kommen,
während in höheren Lagen sogar Berglöwen vorkommen. Der Lauf findet im Kontext des bevorstehenden 100-jährigen Jubiläums der Route 66 im Jahr 2026 statt und verbindet damit sportliche
Extremleistung mit kultureller Symbolik.


