Testbericht: Der neue Lightweight-Trainer 'Kinvara 8' von Saucony im Praxistest...

Hi Lauffreunde! In letzter Zeit war ich viel mit dem neutralen 'Kinvara 8' von Saucony unterwegs. Dabei handelt es sich um einen Lightweight-Trainer, der sich vor allem an ambitionierte Läufer richtet. Nachdem ich über 220 km im Training damit absolviert habe, möchte ich Euch nun meine Erfahrungen mit dem Leichtgewicht präsentieren. Aufgrund der Testeraktion im Vorfeld erwartet Euch in diesem Bericht eine weitere Meinung, nämlich die von Läuferin Sabrina. Für diesen Test wurden uns zwei Paar von Saucony freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Dieser Bericht beinhaltet nur unsere persönlichen Ansichten.

Der neue 'Kinvara 8' von Saucony.
Der neue 'Kinvara 8' von Saucony.

Es heißt nicht umsonst: Ladies first! Also starten wir direkt mit Sabrina's Meinung zum neuen 'Kinvara 8':
Als bekennender Saucony-Laufschuh-Fan war ich begeistert über die Nachricht von Laufblogger Björn, den 'Kinvara 8' mit ihm zusammen testen zu dürfen. Mein Ersteindruck: Hübsche Optik! Mir gefällt die Farbkombination auf Anhieb. Grau-silber in Kombination mit lila und türkis. Und leicht fühlt er sich an! Kein Wunder, denn in meiner Größe (38,5) bringt er nur 190 g auf die Waage. Als nächstes überzeugt die Passform. Drückte der Vorgänger unangenehm an meinem breiten Fuß, insbesondere im Bereich des Markenlabels, lässt sich bei diesem kein Druckgefühl an der bekannten Stelle (Vorfuß und Zehenbox) feststellen. Das Label ist nun nach hinten versetzt und das Obermaterial scheint nicht mehr so elastisch wie bei den Vorgängern zu sein. Der Fuß schmiegt sich förmlich ins Fußbett, was sich recht weich anfühlt.

Sabrina zeigt den neuen Kinvara.
Sabrina zeigt den neuen Kinvara.

Der erste Lauf mit dem neuen Schuh war auch gleich der Anfang einer wundervollen Freundschaft. Kein Drücken, kein Reiben! Der Schuh sitzt einfach klasse am Fuß, er fühlt sich sowohl bei langsamen als auch schnellen Läufen toll an. Der 'Kinvara 8' ist direkt und dynamisch, was sich bei meinem Intervalltraining als sehr positiv herausgestellt hat, und bietet gleichzeitig eine hervorragende Dämpfung vor allem bei längeren Läufen. Das liegt sicherlich an dem nun durchgängigen Everun-Dämpfungsmaterial von Saucony.

Bietet sehr guten Halt im Mittelfußbereich.
Bietet sehr guten Halt im Mittelfußbereich.

Mit nur 4 mm-Sprengung ist der 'Kinvara 8' ein flacher Schuh, der von mir auch im Wettkampf eingesetzt wird. Da ich überwiegend auf Asphalt laufe, hatte ich Bedenken, ob der Schuh auf längerer Strecke zu hart sein könnte. Doch auch nach über zwei Stunden überhaupt kein Problem. Er präsentiert sich stets komfortabel und zeigt ein angenehmes Abrollverhalten. Die gelungene Dämpfung möchte ich an dieser Stelle nochmal hervorheben: Ich hatte keine Ermüdungserscheinungen in den Waden. Auch meine Probleme im Mittelfuß - wegen der ich eigentlich Einlagen trage - traten nicht auf. Der 'Kinvara 8' bietet einen sehr guten Halt im Mittelfuß, so dass ich ihn problemlos ohne Einlagen laufen kann. Im Gelände habe ich ihn auch kurz getestet. Hier würde ich eher auf einen anderen Schuh zurückgreifen. Mein Fazit: Ein leichtgewichtiger, schneller und dynamischer Schuh, der über eine hervorragende Dämpfung verfügt.

Bietet Veränderungen und Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger.
Bietet Veränderungen und Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger.

Ob mich der 'Kinvara 8' genauso begeistern konnte? Die nachfolgenden Zeilen geben Aufschluss darüber:
Den 'Kinvara 7' (zum Testbericht) hatte ich bereits vergangenes Jahr viele Kilometer an meinen Füßen. So konnte ich mit dem Vorgängermodell manchen flotten 10er und Halbmarathon laufen. Natürlich habe ich mich im Vorfeld gefragt: Worin werden sich 'Kinvara 7' und 'Kinvara 8' wohl unterscheiden? Und was ist mit dem 'Freedom ISO'? Lässt sich der Kinvara mit dem Freedom - meinem bisherigen Lieblingsschuh 2017 (zum Testbericht) - adäquat vergleichen? Gleichmal vorneweg! Es sind einige Veränderungen sowie Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger-Kinvara auszumachen. Die Saucony-Laufschuhe 'Freedom ISO' und 'Kinvara 8' lassen sich jedoch nicht so recht miteinander vergleichen - doch dazu unten mehr.

Das Obermaterial beschert beste Klimaregulierung.
Das Obermaterial beschert beste Klimaregulierung.

Der neue Kinvara richtet sich - wie auch der Vorgänger schon - vor allem an schnellere Neutralläufer mit leichtem bis maximal mittlerem Körpergewicht. Auf den ersten Blick wirkt die achte Ausgabe eine Idee schlichter und zugleich etwas schmaler gebaut. Betrachtet man den 'Kinvara 8' von der Seite, sieht er fast aus wie eine grüne Giftschlange, die auf Beutezug gehen möchte. Alternativ lassen sich auch andere Farbgebungen wählen. Das Erscheinungsbild ist jedenfalls überaus gelungen! Saucony versteht es einfach Läuferaugen zum Glänzen zu bringen. Der Schuh suggeriert Angriff und Geschwindigkeit. Das macht auch absolut Sinn! Denn beim Kinvara geht es um ambitioniertes Laufen und das Erreichen neuer Bestzeiten.

Der neue Kinvara ist tadellos verarbeitet.
Der neue Kinvara ist tadellos verarbeitet.

Durch meine etwas breiteren Füße hatte ich in der Vergangenheit bei manchem Laufschuh leider Platzprobleme. Zwar habe ich noch lange keine Hobbitfüße, dennoch fallen einige Schuhe anderer Hersteller einfach unheimlich eng aus. Da kann es bereits nach wenigen Kilometern gewaltig drücken. Doch nicht hier - die Passform ist nämlich großartig. Der Schuh ist im Innenbereich relativ weich und sitzt eng - aber nicht zu eng - am Fuß. Trotzdem gewährt der 'Kinvara 8' genügend Spielraum im vorderen Bereich, so dass sich die Zehen locker bewegen können. Der Fuß hat also genügend Halt und kann beim Laufen quasi atmen! Auch die achte Ausgabe kommt mit einer 4 mm-Sprengung daher - macht exakt 23 mm Ferse zu 19 mm Vorfuß. Der Kinvara bleibt zudem ein Leichtgewicht und bringt in meiner Größe (43) nur 230 g auf die Waage. Das entspricht allerdings einer kleinen Erhöhung von circa 10 g gegenüber dem Vorgängermodell. Halten wir fest: Auch dieser Kinvara ist leicht und flach! Ideal für die schnelle Pace...

'Kinvara 8' (rechts) ist seinem Vorgänger (links) überlegen.
'Kinvara 8' (rechts) ist seinem Vorgänger (links) überlegen.

Dafür präsentiert sich das Everun-Dämpfungsmaterial als durchgängige Topsole-Konstruktion. Beim Vorgänger gab es das nur im Fersenbereich. Das macht die achte Ausgabe spürbar bequemer, der Laufschuh bleibt zugleich direkt und dynamisch. Der Schuh gibt sich also gewohnt flexibel, bei angenehm verbesserter Dämpfung. Der 'Kinvara 8' ist aber noch lange nicht so komfortabel wie zum Beispiel der 'Freedom ISO'. Der großartige Freedom spielt in Sachen Laufgefühl sowieso in einer ganz anderen Liga.

Ist für schnellere Neutralläufer gedacht.
Ist für schnellere Neutralläufer gedacht.

Beide Saucony-Modelle - also Kinvara und Freedom - sollte man eher nicht miteinander vergleichen: Der 'Kinvara 8' ist ein Kandidat für die ganz schnelle Pace. Ein leichter Wettkampfschuh für kurze Distanzen bis Marathon eben. Der 'Freedom ISO' ist etwas schwerer und fühlt sich weicher und noch bequemer an. Ein Schuh, wie gemacht für langsames Gleiten über den Asphalt oder lange Läufe, die man mit viel Komfort bestreiten möchte. Übrigens: Der Schönwetter-Freedom bekommt bei nassem Wetter bekanntlich rasch unschöne Flecken. Der 'Kinvara 8' hingegen lässt sich viel besser reinigen und bleibt damit fleckenlos.

Die Sohle liebt vor allem asphaltierte Laufwege.
Die Sohle liebt vor allem asphaltierte Laufwege.

Im Vergleich zum Vorgänger ist das Obermaterial außerdem etwas weicher und besitzt weniger Flexfilm-Overlays. Unliebsame Schürfwunden im Zehenbereich auf längeren Strecken wie beim 'Kinvara 7' konnte ich beim neuen Modell glücklicherweise nicht feststellen. Der achte Kinvara hat ohnehin keine spürbaren Reibungspunkte mehr. Keine Blasen, nicht mal nach ganz langen Einheiten. Das Prolock-System - zur dynamischen Stabilisierung des Mittelfußes - sorgt bei knackiger Pace obendrein für besseren Halt. Bei fordernden Tempoläufen - wie Intervall oder Fahrtspiel - macht der 'Kinvara 8' eine bestechende Figur.

Dieser Schuh liebt flottes Tempo.
Dieser Schuh liebt flottes Tempo.

Am liebsten hat das Saucony-Leichtgewicht asphaltierte Strecken, doch vereinzelte Waldläufe lassen sich durchaus absolvieren. Für ausgiebige Touren auf Schotter ist die Kinvara-Sohle allerdings weniger geeignet. Dafür überzeugt das Material bei etwas regnerischem Wetter bzw. auf nassen Untergründen. Klar, zu viel Regen sollte es besser nicht sein. Der Kinvara ist zudem klasse verarbeitet. Nennenswerte Abnutzungserscheinungen waren sogar nach über 220 km kaum auszumachen. Mein Fazit: Es bleibt ein hochwertiger Laufschuh, der flottes Tempo liebt und das Erreichen neuer Bestzeiten optimal unterstützt.

Weitere Informationen über Saucony unter folgendem Link: http://www.saucony.de