Auf den 'Velociti Elite 3' war ich richtig neugierig! Als Laufblogger teste ich viele Carbon-Racer, aber nur wenige schaffen den Spagat aus Aggressivität und Langstreckenkomfort. Mein erster Einsatz: Direkt ein Trainings-Halbmarathon unter 4er Pace. Kurz darauf folgte ein 50 km-Longrun in 4:20er Pace. Doch wie hat sich die Rakete von Under Armour im Praxistest geschlagen? Mehr in diesem '5 Fakten-Bericht'.
Passform, die überzeugt? Größe 44,5 passt mir hier genauso gut wie bei Saucony, Asics oder Nike. Der 'Velociti Elite 3' kommt in auffälliger 'Black / High Vis Yellow / White'-Optik und fällt größentechnisch eher normal aus. Das feste, atmungsaktive Obermaterial legt sich sauber um den Fuß und wirkt überaus hochwertig verarbeitet. Die dünne Zunge ist passend für einen Rennschuh minimalistisch und bleibt zuverlässig an Ort und Stelle. Im Fersenbereich gibt es minimale Unterstützung und auf Höhe der Achillessehne nur leichte Polsterung – genau richtig für einen richtigen Wettkampfschuh. Selbst nach über drei Stunden Laufzeit auf Asphalt: Keine Reibung, keine Druckstellen – absolut top!
High-End Carbon-Waffe! Der Schuh kommt bei Größe 44,5 gerade mal auf 245 g und fühlt sich schon auf den ersten Metern wie ein Carbon-Wettkampfschuh an. Die Kombination aus weichem, reaktivem Zwischensohlenschaum und durchgehender Carbonplatte liefert viel Vortrieb und ausreichend Stabilität. Gleichzeitig ist die Sprengung mit gerade mal 2 mm erstaunlich flach. Das Laufgefühl ist fantastisch – wer den Schuh optimal nutzen möchte, sollte aber über eine saubere Lauftechnik und Erfahrung mit geringer Sprengung verfügen. Eine 4:20er Pace fühlt sich flüssig an, unter 4:00 geht es aber erst richtig zur Sache. Die Dämpfung ist stattlich, ohne jedoch schwammig oder gar instabil zu wirken.
Für lange Strecken? Klar, auf Asphalt spielt der 'Velociti Elite 3' seine Stärken voll aus, doch auch normale Waldwege sind bei Trockenheit überhaupt kein Problem. Der Trainings-Halbmarathon unter 4er Pace lief kontrolliert und absolut effizient. Noch spannender war jedoch der 50 km-Lauf im Training: Erst Halbmarathon in 1:32, dann Marathon in 3:01 und die restlichen Kilometer ohne Einbruch. Auch nach über drei Stunden fühlten sich meine Beine frischer als erwartet an. Der Schuh ist also klar auf schnelle Langstrecken ausgelegt – vom Halbmarathon bis Marathon und noch viel weiter.
Außensohle mit Schwäche! Die verbaute Außensohle liefert auf trockenem Asphalt verlässlichen Grip und eine ordentliche Kraftübertragung. Bei Nässe fehlt beim Abdruck – gerade bei hoher Pace – jedoch etwas Biss. Das ist kein großes Problem, aber bei schnellen Rennen auf nassen Untergründen könnte daraus tatsächlich ein Nachteil resultieren. Erfreulich: Im Vergleich zu vielen Top-Carbon-Racern wirkt die Außensohle etwas haltbarer – so kann man mit dem Schuh länger laufen, ohne Einbußen.
Für den Wettkampftag? Der 'Velociti Elite 3' ist zweifelsohne ein Wettkampfschuh für ambitionierte Läufer:innen mit rundem Laufstil. Im direkten Vergleich muss sich der UA-Runner vor den bekannten Top-Racern wie etwa 'Nike Alphafly 3' oder 'Adidas Adizero Adios Pro 4' nicht verstecken. Besonders Vor- und Mittelfußläufer profitieren von der flachen Sprengung und dem aggressiven Abdruck bei Trockenheit. Doch Achtung: Für Einsteiger:innen oder Läufer:innen mit moderater bis langsamer Pace ist die relativ steife Carbonplatten-Konstruktion auf Dauer aber viel zu fordernd und daher nicht geeignet.
Fazit: Der 'Velociti Elite 3' von Under Armour überrascht auf ganzer Linie – schneller, agiler und komfortabler als ich es erwartet hätte. Besonders auf langen
Strecken zeigt die UA-Rakete seine Stärken: Herrliches, rundes Laufgefühl, hervorragende Passform, kräftiger Vortrieb bei Trockenheit – und das alles, ohne die Muskulatur übermäßig zu belasten.
Ambitionierte Marathon- und Ultraläufer:innen können sich daher über einen faszinierenden Wettkampfschuh mit ausgeprägter Race-DNA freuen!
Weitere Infos über Under Armour unter: https://www.underarmour.de






